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Die Idee für die folgende Geschichte entstand aus der Betrachtung des bekannten Gemäldes "Amerikanische Gotik".
Als ich das Ehepaar auf dem Bild betrachtete, entwickelte sich mit der Zeit eine recht seltsame Geschichte, die ihr hier nun nachlesen könnt.
Hinweise: ~Gewaltszenen~; ~SchwerVerdaulich~

Das makabre Spiel läuft nun schon seit Jahren. Es sind keine Personen, die vermisst wurden, und aufgefallen sind sie noch nie. Doch ein Fehler brach den Bann, die Vorhänge fielen. Heute sind die beiden sicher verwahrt, falls sie selbst noch leben sollten. Zwei der Opfer konnten nie identifiziert werden, wahrscheinlich Landstreicher in Landesgegend, die alle Städte mieden. Jedoch sicher ist, der Weg aller führte zu den beiden.
Der Vorgang war immer gleich geartet, doch beginnen wir gegen Ende; die Scheune steht leer, das Heu ist aufgebraucht, nur einzelne Halme verraten die ursprüngliche Verwendung. Auf dem Boden ist ein schwerer Metallhaken erkennbar, abgenutzt vom Heben, jedoch sonst intakt. Mit ihm wird eine Tür nach unten geöffnet, erkennbar ist nur Schwärze. Es muss harte Arbeit gewesen sein, dass der Boden dennoch das Gewicht der Scheune trägt. Doch herab wird aufgeklärt; feste, solide Steinwände stützen den Boden, Fackeln werden in Halterungen an diesen gefunden. Wie oft mögen die beiden den Weg herabgestiegen sein, ein Glaube hielte sie fest. Die Brosche an ihrem Hals, die Brosche ihrer Mutter. Die Erziehung muss streng gewesen sein. Niemals einen Knick in der Kleidung, nie ein Wort zuviel gesprochen.
Im Glauben waren die beiden nie allein, denn ihre Gäste waren ebenso zahlreich wie unterschiedlich - um es genauer zu sagen; ihre Gäste waren genauso zahlreich wie unterschiedlich.
Das Esszimmer war zu klein, so wurde das letzte Abendmahl in der Scheune zu sich genommen. "Der Herr ist mit Dir", verkündet das Schild am Eingang zur Scheune. Tiere wurden wohl nie gehalten und es wird angenommen der Fleischbedarf wurde auch nicht anders gedeckt.
Er ist stolz auf seine Arbeit, sollte ihm das bekannt sein. Zu schützen war die Zweite Aufgabe, die Erste die Gegebene. Sie fühlte sich beschützt, stand immer hinter ihm. Wer suchte, fand auch Zuneigung, ablassen war unmöglich, die Bindung heilig. Schwarz, ein wenig Weiß, wurde getragen, für sie im Muster, für ihn überlagert.
Die Heugabel gehört zur Standardausstattung eines jeden gleichen Berufes, doch auch ihr Zweck wurde entfremdet. Obwohl der Schmerz kurz und stechend gewesen sein muss, erlagen die Opfer dem innerem Schaden, dem Versagen von Organen oder hohem Blutverlust.
Starr stand er vor dem Haus, von guter Statur und auch kerzengerade, wie die Heugabel, der ständige Begleiter, in der rechten Hand. Hinter ihm, zur Rechten sein Gewissen, die Zukunft ahnend, bittend, flehend, der Auflösung trauernd. Beim Eintreffen der damaligen Polizeiwagen standen die beiden da, ohne Bewegung, ohne Reue, von der Sicherheit des Glaubens geführt.
Das letzte Opfer, noch am Leben, ist das einzige dass den Tathergang zu beschreiben vermochte. Dargebrach, röchelnd, gefesselt, blutend hing es an der Wand, dem Kreuz aus Stein, der Boden rot, der Steintrug zur Linken des Opfers mit Blut gefüllt.
Die Hilfe kam im allerletztem Moment, das Essen der Etage höher noch immer den Tisch zierend, die Analyse ergab pflanzliches Schlafmittel, welches dem Opfer verabreicht wurde.
Doch das letzte Opfer war das erste welches vermisst wurde. Ein Zufall brachte den Geschäftsmann vom Weg ab, als sein Auto Schaden nahm, nahe besagter Scheune.

Noch immer dringt der Geruch von Essig aus dem Boden der Scheune, noch immer steht das Haus nahe der Scheune, scheinbar verlassen, scheinbar auch nicht. Aufgeräumt hatte niemand, nur die Spuren der Polizei noch erkennbar an den umgestoßenen Artikeln der Möbel. Die Offenbarung ist nie eingetroffen, wie im Buch im Gang unter der Scheune beschrieben, geschrieben in der Handschrift seines Vaters oder älterer Generationen. Der Schrecken ist vorbei, die Gesellschaft fühlt sich wieder sicher. Wäre dieses Buch jedoch nicht erst Offenbarung Nummer 3 der Sieben Wege zum Reich...
© 2002年, Michael Maier




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